• Bin ich alt genug?

    Bin ich alt genug?

    Bestimmt kennen Sie sie auch, die vielen, vielen Regulierungen betreffend Altersfreigaben. Anzutreffen von frühster Kindheit an beim Altersverbot gewisser Spielzeuge bis zu dem Tag, an dem man bestimmte Filme oder Games nutzen möchte und die Eltern einem ein fieses FSK unter die Nase reiben um einen daran zu erinnern, dass man zu klein dafür ist. Später dann stolpert man über das Mindestalter im Kino, über Richtlinien zum Alkoholkonsum und über Gesetze zum Rauchen, wobei diese noch nicht einmal national gelten.

    So richtig witzig finde ich es, wenn man im Internet surft und dort beim „Betreten“ einer Homepage bestätigen muss, dass man alt genug ist. Hallo? Wenn ich jetzt auf die Seite einer E-Zigarette möchte und diese ist erst ab 18 Jahren freigegeben… wer sagt denn da in aller Welt „Nein, ich bin noch nicht 18 Jahre alt“? Wo es dazu unmöglich eine Kontrolle geben kann? Echt jetzt…

    Schlechte Mutter?

    Ich bin Mutter und muss gestehen dass meine Kinder nie an vorgegebenen Richtlinien halten mussten – vielmehr habe ich es meinem gesunden Menschenverstand überlassen, selbst zu entscheiden, was meine Kinder verkraften. So haben diese wohl mehr als einmal Filme gesehen, die theoretisch noch nicht für sie geeignet gewesen wären. Je nach deren individuellem Reifegrad hielt ich es für sinnvoller, Sie lieber Spiderman sehen zu lassen als die Nachrichten. Und wer wäre ich denn, wenn ich die moderne Kommunikation gestört hätte, indem ich verboten hätte, Facebook ein wenig zu früh zu nutzen, weil die anderen Kids das auch schon taten. Davon abgesehen haben meine Kinder auf ihrem iPad Spiele gespielt, die eindeutig für deren Alter bestimmt waren (unter 12 Jahre), aber gleichzeitig fürs Weiterkommen Facebook-Freunde benötigt haben – wie soll denn das gehen?

    Heute, da meine Kinder älter sind, sind die Altersbeschränkungen von Suchtmitteln mehr in den Mittelpunkt gerückt. Ab wann darf man trinken, rauchen, Drogen konsumieren?

    Der Staat macht Witze bei der Regulierung der e-Zigarette

    Und da geht es schon wieder weiter mit einem aussergewöhnlichen Humor seitens Gesetzgeber: die Regeln dazu sind in unserem kleinen Land unterschiedlich. So darf ich in einem Kanton schon mit 16 Jahren Rauchen und in anderen erst mit 18 Jahren. Immerhin, zu vielen Suchtmitteln gibt es gar keine Altersgrenzen. Aber ob das wirklich gut ist?

    Ich für meinen Teil finde es bedenklich, wenn in einem Atemzug die e-Zigarette aufs Schutzalter von 18 Jahren angehoben werden soll und gleichzeitig den Jungen vermittelt wird, dass kiffen eigentlich legalisiert werden sollte.

    Als Händler von e-Zigaretten halten wir uns im Moment ans Tabakgesetz unseres Kantons und verkaufen deshalb unsere Produkte an Kunden ab 16 Jahren. Aus unserer Sicht ist es eben so, dass wir keinen 16-jährigen wegschicken, weil er zu jung zum Dampfen ist – und er läuft dann an den Kiosk nebenan um sich eine Zigarette zu kaufen. Auch wenn es nicht so ganz dem Willen der Suchtprävention entspricht, lassen wir hier eben auch den gesunden Menschenverstand spielen. Und selbstverständlich bekommt deshalb auch bei uns kein Kind etwas zu Dampfen, selbst wenn das Gesetz dies im Moment sogar noch zulassen würde!

    Auf der anderen Seite halten wir uns natürlich klar ans Gesetz und haben ebenfalls eine Alterseinlassprüfung auf unserer deutschen Website installiert. Und man glaubt es kaum, noch nie wurde dort jemand abgewiesen, weil er zu jung ist. Unsere Kunden dort scheinen tiptop informiert zu sein und deklarieren ihr Alter bestimmt stets korrekt J.

     

    Alter vs Vernunft in Sachen e-Zigarette

    Gerade bei den E-Zigaretten wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man die Jungen nicht zum Dampfen verführen solle, weil das eine Einstiegsgelegenheit zum Rauchen sei. Jede Suchtstelle zitiert diese Gefahr und keine einzige hat auch nur den kleinsten Hinweis darauf, dass dies tatsächlich so. Aus eigener Erfahrung haben wir gelernt, dass es wesentlich öfters vorkommt, dass jemand vom Rauchen aufs Dampfen umsteigt und nicht umgekehrt. Denn wer die scheinbar so „verführerischen Geschmacksrichtungen“ (Zitat Suchtstellen) kennen lernt, steigt dann nicht auf übelschmeckenden Tabak um. Aus unserer Sicht ist es ohnehin eine Frage der Vernunft, was man konsumiert und was eben nicht. Wir halten keinen jungen Menschen davon ab, statt der Pyro eine Dampfe zu wählen, auch wenn wir selbstverständlich (siehe „schlechte Mutter“) grundsätzlich von beidem abraten. Generell gehen wir davon aus, dass bei allen, egal welchen Alters, die Vernunft spielen soll, muss und kann.

     

    Diese Meinung widerspiegelt persönliche Gadanken von Anna Schreiber

     

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