• Neues Tabakgesetz USA/A - der Untergang des Dampfens

    Neues Tabakgesetz in Kalifornien

    Gouverneur Jerry Brown hat letzte Woche das neue Tabakgesetz, das sich auch ausführlich mit E-Zigaretten beschäftigt, verabschiedet.

    Dieses wurde scheinbar ewig diskutiert und die definitive Freigabe bis zum letzten Tag verzögert, wohl damit es möglichst wenig Möglichkeiten gibt, dagegen anzugehen.

    Der wichtigste Teil dabei ist die Altersbeschränkung zum Verkauf von Zigaretten und E-Zigaretten, die ab sofort dem Tabakprodukt gleichgestellt werden: das Rauchen/Dampfen ist in Kalifornien nun auch erst ab 21 Jahren erlaubt.

    Des Weiteren wird die Steuer auf solche Produkte massiv erhöht und es ist ab sofort verboten, in öffentlichen Räumen zu Dampfen. Auch in öffentlichen Schulen und Universitäten ist das Dampfen nun verboten.

    Ab wann tritt das Gesetz in Kraft

    In Kraft tritt das neue Gesetz innert sehr kurzer Frist, so dass sich ab Juni dieses Jahres jeder unter 21-jährige strafbar macht, wenn er noch dampft oder raucht.

    Noch gibt es einen Lichtblick: wenn es gelingt, sehr rasch ein Referendum auf die Beine zu stellen, kann dadurch dieses Gesetz verzögert werden und frühestens im November 2018 in Kraft treten. Wir sind uns sicher, dass die kalifornischen Dampf-Unternehmen jetzt Vollgas geben, um folgendes zu verhindern:

    • Dampfer unter 21 Jahren müssen von einem Tag zum anderen aufhören und dürfen erst nach dem 21. Geburtstag wieder loslegen.
    • Der Konsum von Marihuana ist leichter als das Dampfen.
    • Privatkonsumenten können von kalifornischen Herstellern oder Händlern nicht mehr per Post beliefert werden (der Versand von Tabakprodukten ist verboten).
    • Kunden können nur noch direkt im Laden Liquids und Hardware einkaufen.
    • Zahlreiche Hersteller, die gerade erst sehr viel Geld in FDA-konforme Produktionsstätten in Kalifornien investiert haben, müssen umziehen in andere Staaten und dort alles neu aufbauen.
    • Zahlreiche Arbeitsplätze gehen verloren, denn es gibt sehr viele in Kalifornien ansässige Unternehmen, die den Handel mit E-Zigaretten online betreiben.
    • Werbeverbote treten massiv stärker in Kraft.

     

    Wohin führt das wohl noch?

    Und während in Kalifornien das neue Gesetz verabschiedet wurde, geht das FDA noch viel weiter und ist dabei, neue Richtlinien zu erstellen die dazu führen könnten, dass es bald nur noch sehr regulierte Dampfgeräte zu kaufen gibt, wobei dieses 2-3 Modelle dann allesamt von einem grossen amerikanischen Hersteller kommen… aber das ist noch nicht gesprochen und wir gehen davon aus, dass die zahlreichen Hersteller weltweit, deren Marken in Dampferkreisen sehr geschätzt sind (z.B. Kanger, Wismec, etc.), alles tun werden, um dies zu verhindern.

     

    Unsere Nachbarn in Österreich stehen vor dem gleichen Problem

    Auch in Österreich hat der Gesetzesgeber hart zugeschlagen: ab dem 20. Mai ist hier der Onlinehandel mit E-Zigaretten verboten. Dies in Anlehnung an die neue Tabakrichtlinie, die von der EU in den Raum gestellt wurde und dem man sich freiwillig unterordnen kann, zumindest in diesem Bereich. Klare Regelungen gelten auch hier betreffend des Werbeverbotes, wobei diese hier sogar so weit gehen, dass ein Händler seine Dampfgeräte weder im Schaufenster noch in einer Vitrine zeigen darf. Und während der Handel mit allem rund um die E-Zigarette so immer mehr in die Illegalität abdriftet, wird völlig ignoriert, dass das Dampfen nachweislich (gerade erst hat es aus England neue Studien dazu gegeben) zwar sicher nicht gesund, aber doch weitaus besser als das Rauchen ist.

    Tatsache ist aber, dass auch in Österreich der Staat an der E-Zigarette weniger verdient als an der Pyro und sich in den rund 2500 Geschäften (Trafiken), in denen Zigaretten verkauft werden und die keine so hohen Margen haben, Unmut entstanden ist. Nachdem diese zuerst vergeblich versucht haben, den Verkauf von E-Zigaretten nur über sich selbst zuzulassen (dieser Versuch ist aufgrund Verfassungswidrigkeit abgeschmettert worden), haben sie nun fleissig am Ast mitgesägt und freuen sich wohl über den Absturz.

    Die einzig gute Sache am neuen Gesetz hier ist, dass die Produkte stärker reguliert werden und überprüft – klare Deklarationen sind nun angesagt.

    Neue Gesetze sind schon ok

    Aus unserer Sicht geht es in Ordnung, wenn das neue Gesetz in den USA in Kraft tritt und die Konsumenten zu schützen versucht. Allerdings finden wir, dass wenigstens eine Übergangsfrist angebracht wäre, damit 18-jährige Dampfer jetzt nicht in eine Krise geraten – mit einer Frist von 3 Jahren machen diese sich nie strafbar und «neue» Dampfer wissen von Anfang an, dass sie nicht beginnen dürfen bevor sie 21 Jahre alt sind.

    Mit Werbeverboten können wir leben, schliesslich treffen wir diese bereits jetzt massiv an (Google, Facebook und Co. Lassen ohnehin keinerlei Werbung dafür zu).

    Wir halten es aber für unsinnig, kleinere Firmen in den Konkurs zu treiben, weil es sich diese nicht leisten können, umzuziehen und erneut viel Geld zu investieren.

    Und wir denken, dass es unfair ist, wenn man Geräte und Liquids nur noch im Laden direkt beziehen kann, denn nicht jeder hat gleich einen solchen Laden um die Ecke.

    Während wir uns hier in der Schweiz einfach nur wundern, verzweifeln unsere amerikanischen Kollegen gerade ein wenig. Noch ist nicht das letzte Wort gesprochen und es sind allerlei Aktivitäten im Tun – gleichzeitig ist der Frust aber gross, denn viele Amerikaner glauben, dass sie gegen den Staat und die Lobby nicht ankommen werden.

    Und auch bei unseren österreichischen Nachbarn sind die Flaggen auf Kampf gesetzt, denn die in den letzten Jahren gewachsene Anzahl an Dampfern (und das sind bei weitem nicht nur die Jugendlichen, die man vor dem Dampfen und rauchen schützen will) geben noch nicht auf und versuchen, sich zu wehren.

    Wir fragen genauer nach vor Ort

    Wir bleiben dran und beobachten. Und bei unserer üblichen Sommerreise in Richtung Dampferparadies werden wir dann auch klären, wie es denn für uns als Händler weitergeht – unser Terminplan ist bereits voll und wir treffen beinahe alle, die in diesem Bereich Rang und Namen haben.

    Und auch mit einigen österreichischen Dampfshops bleiben wir in regem Austausch um zu erfahren, was sich an dieser Front so tut.

    Schade, dass eine eigentlich gute Sache immer mehr kriminalisiert wird…

    Findet Anna Schreiber (persönliche Meinung).

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