• Scharf nachgedacht - E-Zigarette und andere Süchte

    Scharf nachgedacht: E-Zigaretten & Co. 

    Zigarren für Kinder sind ok

    Heute lese ich ganz unschuldig die Tageszeitung und staune nicht schlecht: da wird von einem Schwingerfest im Appenzell berichtet, bei dem 10-jährige ausnahmsweise, und wirklich auch nur 1 x pro Jahr, einen Stumpfen rauchen dürfen. Das habe kulturellen Hintergrund und sei damit absolut in Ordnung.

    Ich staune ja schon nicht schlecht, wenn ich so etwas lese. 

    Was führt denn zum Rauchen?

    Natürlich habe ich das auch gleich online verfolgt und siehe da, keine Stimmen werden laut, die dann gleich darauf schliessen, dass diese Kinder so zum späteren Rauchen verführt werden. Komisch eigentlich, wo es doch so viele Experten gibt, die zu wissen scheinen, dass die Nutzung einer E-Zigarette durch Jugendliche ganz klar dazu führt, dass diese später Raucher werden. Wobei ich das schon auch nicht so ganz nachvollziehen kann: Jugendliche werden in fieser Art beworben (wo denn? Ich sehe selten Werbung zum Thema E-Zigarette), damit sie dann dank der feinen, süssen Liquids mit Geschmacksrichtungen wie Erdbeere oder Coci zu dampfen beginnen. Und jetzt sollen die gleichen Personen, die wegen den süssen Geschmäckern losgelegt haben, plötzlich umsteigen auf den definitiv nicht mehr so süssen Tabakgeschmack? Macht für mich kaum Sinn.

     

    Studie vom Suchtmonitoring Schweiz

    Immerhin wird mittlerweile versucht, fundierte Fakten zu schaffen und nicht einfach zu mutmassen. So hat das Suchtmonitoring Schweiz letztes Jahr eine recht interessante Studie veröffentlicht, die aber leider nicht mehr aktualisiert wurde.

    Diese weist aus, dass die Nutzung einer E-Zigarette am ehesten bei Täglich-Rauchenden angesiedelt ist und am wenigsten bei denen, die niemals geraucht haben. Ausserdem ist der Grund fürs Dampfen mehrheitlich darin zu suchen, dass der Zigarettenkonsum eingeschränkt werden soll. Da steht nichts von wegen „ich hatte einfach mal Lust, was zu probieren und das hat mich dann zum Rauchen geführt“.

    Rauchende (Zigaretten)

     

    E-Zigaretten-Dampfer

    Welches ist die schlimmste Sucht?

    Wenn ich dann ein wenig weiter nachlese, finde ich auch heraus, dass es ganz andere Kaliber von Suchtmitteln gibt, deren Verbreitung wesentlich höher ist. Schauen wir uns nur einmal an, wie denn der Zigarettenkonsum prozentuell aussieht. Oder der Cannabis-Konsum, der ja zur Legalisierung freigegeben werden soll.

    Cannabis Konsum Schweiz


    Zahlen über Alkoholkonsum mag ich schon gar nicht hervorsuchen. Wobei da immerhin eine gewisse Parallele bestehen würde, denn die süssen Alcopos scheinen ja auch als Einstieg in die Sucht gehandelt zu werden. Wobei ich auch dort vermute, dass niemand, der einen Caipirinha schlürft, plötzlich umsteigt auf Whiskey.

    Tatsache scheint zu sein, dass es zahlreiche Suchtmittel gibt, die in unserer Gesellschaft auf Akzeptanz stossen, und andere eben weniger. Ein wenig nach dem Motto „was der Bauer nicht kennt…“ wird da immer wieder auf der E-Zigarette herumgetrampelt. Und wenn man die Hetze dazu liest, könnte man gut meinen, dass die Menschen alle zu unmündig oder zu dumm seien, um selbst zu entscheiden.

    Jeder entscheidet selbst

    Aus meiner Sicht ist es so, dass jeder selbst entscheiden muss. Egal, ob es sich da um Alkohol, Zigaretten, Cannabis oder eben auch die E-Zigarette handelt. Persönlich bevorzuge ich es, wenn sich Leute für etwas entscheiden, das mich nicht auch passiv beeinträchtigt. Sturzbesoffene Autofahrer schätze ich nämlich ebenso wenig wie bekiffte Kollegen im Strassenverkehr. Und auch das passive eingenebelt werden bei Rauchern mag ich selbst nicht so sehr. Tatsächlich finde ich es auch nicht wirklich toll, wenn bestimmte Geschmacksrichtungen um mich herum gedampft werden, genauso, wie ich schwere Parfüms nicht so sehr mag. Trotzdem habe ich für meinen Teil entschieden, dass jeder tun und lassen soll, was er mag, solange er mir da nichts vorschreibt und mich nicht beeinträchtigt.

    Wie seht Ihr das denn so?

     

    Dieser Text widerspiegelt die persönliche Meinung von Anna Schreiber.

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